Die Geschichte von Los Seises, Don  P. und Santa Maria (1998)
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Produktionen

"Die Geschichte von Los Seises, Don P. und Santa Maria (1998)"

Ballett nach einer wahren Begebenheit aus dem 17. Jahrhundert
Musik von
R. Feuillet, G.Fr. Händel, T.Susato, Chr. W. Gluck, H. Timpelan, J.S. Bach, W.A. Mozart, A, Corelli, Fr. Couperin

Thema: Die Heilkräfte von Tanz und Musik.

Über "Los Seises":
Im Jahre 1685 verbietet der neue Erzbischof von Sevilla, Don Jaime de Palafox y Cardona, das traditionelle
Tanzen der "Los Seises" genannten Kinder vor dem Altar der Kathedrale Santa Maria. Erst durch ein Vortanzen der Kinder beim Papst in Rom und dessen Billigung des alten Brauchs wird das Tanzverbot wieder aufgehoben.
Don Palafox hingegen, so wird überliefert, stirbt uneinsichtig.
Noch heute können an hohen Kirchentagen jene sakramentalen Tänze der "Seises" vor dem höchsten Hochaltar und in jener drittgrößten Kathedrale der Welt in Sevilla bewundert werden.


Über die Tarantella:
In der Nähe der italienischen Stadt Tarent findet man eine Spinnenart, die "Tarantel" genannt wird. Wer von ihr gestochen wurde, den befiel der sog. "Tarantismus" und man sagte damals, nur das Tanzen der "Tarantella" könne Heilung verschaffen.

In ganz Europa wurden (noch bis ins 17. Jahrhundert hinein) solche Arten von "Tanz-Epidemien" beobachtet.
Sie waren z.T. als Gegenreaktion auf die Haltung der damaligen kirchlichen Obrigkeit zurückzuführen, welche Genüsse des menschlichen Körpers - wie die Lust zu Tanzen - im wahrsten Sinne des Wortes "verteufelte". Und dies, obwohl die Bibel, auf die sich jene berief, z.B. von den Erkenntnis bringenden Tänzen der Propheten und den Heilkräften von König Davids Harfenspiel berichtete.
Doch um die wahre Tradition und lang erprobte Wirkung wissend, gab es schon seit dem 15. Jahrhundert auch in Europa immer mehr Ärzte, die mit Erfolg Tanz und Musik als Heilmittel einsetzten.

“Das Tanzen ist so wunderbar, die Sinne werden wieder klar. Hilft besser noch als Lebertran, bei Spinnenbiss, bei Menschenwahn!“

In unserem Stück spricht Don Palafox sogar ein generelles Tanzverbot, nicht nur für die Kinder, sondern für die gesamte Natur aus. Welche Folgen hätte dies? - Eine Welt ohne Tanz! Ohne die rhythmischen Zyklen von Sonne, Mond und Sternen, ohne den Frühjahrstanz der Bienen zur Obstblüte!
Doch im Gegensatz zur realen Historie, in der Don Palafox uneinsichtig und an seinem Tanzhass festhaltend, stirbt, gibt es bei uns ein „Happy End“: In einem Traum erscheint Santa Maria und lehrt ihn persönlich das Tanzen. Diese Erfahrung verändert sein Leben….

Musik aus:
R. Feuillet, G.Fr. Händel, T.Susato, Chr. W. Gluck, H. Timpelan, J.S. Bach, W.A. Mozart, G. Mainero, A, Corelli, Fr. Couperin
Idee, Realisation, Leitung: Evelyn JL.Puefken
Choreographien: R. Feuillet ( 4 Contredanses), J. de Udaeta/Puefken (Fandango)
Tänze: Evelyn JL.Puefken
Kostüme: Liesel Maas
Musikarrangements für Orgel und Violine: Helmut Timpelan
Plakat- und Programmgestaltung: Michael Prochnow
Als Gäste: Christoph Klemm (Violine), Helmut Timpelan (Orgel)
Es tanzen und spielen: Tanz- & Ballettprojekt Häusern ( Ballett- u. Kastagnetten-Klasse)
  Kinder- & Jugendballett Freiburg-Opfingen (Ballett- u. Kastagnetten-Klassen)
  Theater am Martinstor, Freiburg (modern dance-, Barocktanz- und Ballettklassen)