Nussknacker und Mausekönig (2002) – Photos von P. Kessler und privat
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Produktionen

"Nussknacker und Mausekönig (2002)"

Ein Ballett-Theater nach E.T.A. Hoffmann
Mit Musik von P.I. Tschaikovsky u.a.

 

E.T.A. Hoffmann, Autor der Geschichte vom „Nussknacker und Mausekönig“, ist in Frankreich und
Russland gleich nach Goethe der  Inbegriff großer deutscher Literatur.
Ganz anders leider in Deutschland:
Zu seinen Lebzeiten verlieh man ihm hier den Namen „Gespenster-Hoffmann“. Man bediente sich zwar seines
Phantasiereichtums (wie z.B. die Komponisten Lortzing, Wagner und Offenbach), verweigerte ihm aber die
Anerkennung als einem ernstzunehmenden Schriftsteller.

Aufgrund der heutigen Popularität des Nussknackers sollte man nun meinen, er hätte seine Anerkennung damals wenigstens in der Domäne „Kinderwelt und Phantasie-Land“ erlangen können. – Doch als im Jahre 1816 in einer Sammlung „Kindermärchen“ mit verschiedenen Autoren sein „Nussknacker und Mausekönig“ erscheint, wird er ob der angeblichen Verstricktheit des Handlungsfadens und der unklaren Abgrenzungen von Wirklichkeit und Traum angegriffen.
Als Hoffmann dieses Märchen dann 1818 in seine eigene Sammlung „Die Serapionsbrüder“ aufnimmt, lässt er sein Alter-Ego „Lothar“ literarisch seine Verteidigung übernehmen:
Lothar: „ Es ist… überhaupt meines Bedünkens ein großer Irrtum, wenn man glaubt, dass lebhafte, phantasiereiche Kinder, von denen hier nur die Rede sein kann, sich mit inhaltsleeren Faseleien, wie sie oft unter dem Namen Märchen vorkommen, begnügen. Ei – sie verlangen wohl was Besseres, und es ist zum Erstaunen, wie richtig lebendig sie manches im Geiste auffassen, das manchem grundgescheiten Papa gänzlich entgeht.“

Und zu der seines Erachtens überlebensnotwendigen Fantasie äußert er:
:… „Ich meine, dass die Basis der Himmelsleiter, auf der man hinaufsteigen will in höhere Regionen, befestigt sein müsse im Leben, so dass jeder nachzusteigen vermag. Befindet er sich dann immer höher und höher hinaufgeklettert, in einem fantastischen Zauberreich, so wird er glauben, dies Reich gehöre auch noch in sein Leben hinein und sei eigentlich der wunderbar herrlichste Teil desselben. Es ist ihm der schöne und prächtige Blumengarten vor dem Tore, in dem er zu seinem Ergötzen lustwandeln kann, hat er sich nur entschlossen, die düsteren Mauern der Stadt zu verlassen.“

E.T.A. Hoffmann ist damals ein häufiger Gast in der Familie seines jüdischen Freundes und Verlegers Julius E. Itzig. Für dessen Kinder, Marie und Fritz, bastelt er Burgen und erfindet skurrile Geschichten. Ihnen eignet er auch seine Geschichte „Nussknacker und Mausekönig“ zu, in der sie in den Hauptrollen und mit ihrem eigenen Namen erscheinen. Wodurch sie für alle Zeiten unsterblich geworden sind…

Die Geschichte:
Die kleine Marie bekommt zu Weihnachten eine Nussknackerpuppe geschenkt, in die sie sich sofort verliebt. Doch
ihr Bruder Fritz zerstört den Nussknacker. Marie ist todunglücklich. In der Nacht – ist es Traum oder Realität? wächst die kleine Puppe zu einem stattlichen menschengroßen Nussknacker-Prinzen und verteidigt sie todesmutig, ritterlich und erfolgreich gegen die Angriffe des gefährlich gefräßigen Mausekönig und seiner Bande.
Wie seltsam, wenn ein Traum wahr wird und eines Tages ein junger Mann in Maries Elternhaus hereinspaziert, der auffällig dem Nussknackerprinzen ähnelt…. Ende gut – alles gut.

 

Musik aus
„The Nutcracker“, Op.71, von P. I. Tschaikovsky
sowie
G.Fr. Händel, Concerti a duo cori
H. Timpelan, La Prima Ballerina
J. Dowland, The Earl of Essex his Gaillard
Das Lied vom armen Mausi, trad. Bearb. H. Timpelan
G. Rossini, LaTarantella
C. Sommer, Exercises für Cajon
Bühnentexte: Katzengedicht 1 und 2 v. E.T.A. Hoffmann aus „Lebensansichten des Kater Murr“ (1820) -Alle anderen Sprechtexte im 1. Und 2. Akt v. E.T.A. Hoffmann, original und bearbeitet aus „Nussknacker und Mausekönig“
Idee, Choreographie, Inszenierung: Evelyn JL.Puefken
Kostümentwürfe und –Schnitte: Liesel Maas
Programmheftinhalte: Evelyn JL.Puefken
Programmheftgestaltung/-Satz: Gudrun Kessler
Tonaufnahme: Manfred Thorenz
Beleuchtung: Regina Eckert
Scheinwerfer: Jürgen Klaschka, Ruth Döbele
Organisation/Koordination: Gudrun Kessler, Ruth Döbele
Cajon-Bau: Ferdinand Püfken
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